Bettina Tietjen Krankheit

Bettina Tietjen Krankheit Es gibt keine Krankheit, die mehr gefürchtet ist als die Alzheimer-Krankheit, die eine große Läsion im Gehirn ist. Bettina Tietjen, eine Fernsehmoderatorin, kümmert sich seit Jahren um ihren an Alzheimer erkrankten Vater. Sie wolle Opfern und ihren Angehörigen Hoffnung geben, sagt sie im Gespräch mit der Deutschen Hirnstiftung.

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Die Alzheimer-Krankheit beginnt normalerweise schleichend und ist zunächst schwer zu erkennen. Wie war es mit deinem Vater. Bettina Tietjen Mein Vater hat mit dem Klassiker angefangen, bei dem er Gegenstände verlegt und nicht mehr gefunden hat. Alternativ habe ich oft gefragt. Da er schon Anfang achtzig war, haben meine Schwester und ich uns zunächst nicht viel Gedanken über ihn gemacht.

Mein Vater lebte damals noch allein in seinem Haus in Wuppertal und kam sehr gut alleine zurecht. Außerdem wohnte meine Schwester ein paar Häuser weiter und kümmerte sich um ihn. Obwohl ich für den NDR in Hamburg arbeite, fahre ich oft zu ihm nach Wuppertal oder er fährt zu uns nach Hamburg.

Bettina Tietjen: Es gab viele Alarmsignale. Mein Vater ging zum Beispiel mehrmals am Tag zur Bank, um den gleichen Geldbetrag abzuheben. Seine Brille versank unerwartet in den eisigen Tiefen. An der Haustür spielte ein Verkäufer ein einfaches Spiel: Mein Vater kaufte einen Staubsauger und Wein, und er kündigte viele Zeitschriften-Abonnements.

Wie bereits gesagt, finde ich es ziemlich unausstehlich, dass bestimmte Verkäufer die frühe Demenz meines Vaters ausnutzen … Dann hatte mein Vater eines Tages einen Autounfall, bei dem ein Skelett und ein Beule vor ihm zerstört wurden. Mein Vater hingegen hatte keine Erinnerung daran, wie das Auto beschädigt worden war. Meine Schwester und ich vereinbarten sofort einen Termin bei einem Neurochirurgen für meinen Vater.

Bitte helfen Sie uns, unser Angebot kostenlos aufrechtzuerhalten! Bitte spenden Sie oder werden Sie Mitglied – mit bevorzugter Beratung. Erfahren Sie hier mehr.Bettina Tietjen Dass mein Vater an einer leichten Form der Demenz leidet. Meine Schwester und ich hatten im Voraus geplant, aber die Diagnose des Arztes zu hören, war eine Überraschung.

Bemerkenswert an dem Termin meines Vaters beim Neurologen war sein Wunsch, seine Krankheit „überzuspielen“. Er pumpte seine mentale Stärke auf, um sich im bestmöglichen Licht zu präsentieren. Wenn dem Arzt eine Frage gestellt wurde, antwortete er mit einer Gegenfrage, wie zum Beispiel: “Als Arzt sollten Sie wissen, wie spät es jetzt ist.”

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Bettina Tietjen: Ja und nein. Es gab immer wieder Situationen mit meinem Vater, die mich aufwühlten. Zum Beispiel, als wir beim Essen immer wieder “Hunger!” quer durch das Restaurant. Manchmal nahm er seine Prothese heraus und legte sie neben seinen Teller. Bei einem Spaziergang im Park hörte er, wie eine Joggerin bemerkte, sie habe “einen großen Arsch”.

Aber ich habe nie versucht, die Krankheit meines Vaters zu verbergen; Stattdessen bin ich immer offen damit umgegangen. Das ist mir wirklich wichtig. Alzheimer ist für viele Menschen immer noch ein Tabuthema. Da muss sich in unserer Gesellschaft etwas ändern. Also stellte ich zwei Betreuer ein, um meinem Vater abwechselnd bei seinen Finanzen zu helfen. So konnte er lange in seinem eigenen Haus wohnen.

Als sich sein Zustand verschlechterte, veranlassten wir eine Aufnahme in ein Pflegeheim in Hamburg. Es war nicht einfach, einen guten Platz zum Leben zu finden. Wir waren trotzdem sehr zufrieden. Der Mensch beschäftigte sich dort rührend mit ihm. Außerdem sah ich ihn fast jeden Tag.

Bettina Tietjen: Es war eine unglaublich intensive Zeit mit meinem Vater, die ich nie vergessen werde. Wir haben viele Abenteuer zusammen erlebt, Gedächtnisspiele gespielt und Städte, Dörfer und Flüsse kennengelernt. Ich habe ihn auf eine ganz neue Art und Weise kennengelernt. Er war viel emotionaler als vorher, wir haben viel zusammen gelacht, und er hat es nur Witze erzählt.

Für meinen Vater kann ich sagen, dass er trotz Alzheimer ein glückliches Leben führt. Ich weiß aus Gesprächen mit anderen, dass dies bei Alzheimer nicht immer der Fall ist. Alzheimer-Patienten können zeitweise depressiv oder aggressiv werden. Ich möchte den an Alzheimer erkrankten Menschen Mut machen: Es gibt viele traurige Momente, aber auch viele glückliche.

Daraufhin habe ich ein Buch über meine Erfahrungen mit meinem Vater geschrieben und den Titel „Unter Tränen gelacht“ gewählt (siehe Tipp am Ende der Seite). Bettina Tietjen: Ganz klar! Ich wurde oft gefragt, ob das zu diesem Zeitpunkt die richtige Entscheidung war. Diese Zweifel begleiten mich schon lange. Besonders stressig war es, als ich mitten in der Vorbereitung meiner Moderation im Fernsehstudio war und plötzlich ein Anruf aus dem Pflegeheim kam.

Mein Vater wird gepflegt und liegt im Krankenhaus. Ich wurde dann nach Aufforderung ins Krankenhaus gebracht. Es war mir wichtig, mehr Pausen einzulegen, um Zeit mit meinem Mann und meinen Kindern im Urlaub zu verbringen. Dadurch konnte ich meine Energiereserven wieder auffüllen Wie schnell verschlechterten sich die geistigen Fähigkeiten Ihres Vaters.

Bettina Tietjen: Es hat eine Weile gedauert. Möglicherweise war er dadurch beeinflusst, dass er von Beruf Architekt war und schon immer viel gelesen hatte. Im Alter von 83 Jahren wurde bei ihm die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert, und er starb im Alter von 89 Jahren. Überraschenderweise konnte er in seinem fortgeschrittenen Zustand immer noch alte Gedichte rezitieren und ganze Lieder vortragen.

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Er konnte auch ganz gut zeichnen. Bis vor kurzem zeichnete er sein Elternhaus und malte Porträts von sich. Als ihm die deutsche Sprache nicht mehr so ​​leicht über die Lippen floss, konnte ich mich mit ihm auf Französisch und Englisch unterhalten. Glücklicherweise ist das Langzeitgedächtnis erhalten geblieben. Schön war auch, dass er mich und den Rest der Familie bis zum Schluss wiedererkannt hat.

Bettina Tietjen: Meine Arbeit als Moderatorin hält mich fit, aber auch Gespräche mit anderen Menschen. Toll ist auch das Projekt „Tietjen campt“ – hier kann ich mein Hobby Camping und Reisen mit meinem Beruf verbinden. Wir fahren für die Sendungen an unterschiedliche Orte, und ich bringe immer einen anderen Interviewpartner mit. In meiner Freizeit gehe ich joggen und halte mich gesund. Außerdem bin ich sehr gesellig und habe einen großen Freundeskreis.

Bettina Tietjen schreibt in ihrem Buch „Unter Tränen gelacht: Mein Vater, die Demenz und ich“ über die Demenz ihres Vaters. Die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft leistet neben der Deutschen Hirnstiftung Hilfe für Hinterbliebene und ihre Angehörigen.

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